Tami (Kapitel 2)
Dienstagmorgen
Ein Geräusch und Tami wacht ungewollt auf. Sie kneift die Augen zusammen, versucht etwas zu erkennen. Es ist zu hell. Sie befindet sich in einem Raum, soviel wird ihr schnell klar. Um sie herum erstreckt sich der Himalaya aus weißen Decken und Kissen. Sie kneift die Augen zu. Wo zur Hölle ist sie?!
Und dann beginnen die fürchterlichen Kopfschmerzen. Sie versucht, sich aufzusetzen, hält sich den Kopf. Sie stöhnt. Sie sieht sich um. Sie befindet sich in einem Hotelzimmer, gute Preisklasse, wird ihr schnell klar. Es herrscht Chaos hier. Überall Flaschen und Dosen, Verpackungen von Essen, Boxen, Tüten… Kleidung auf dem Boden. Fremde Kleidung. Ist das ein… Anzug!?
Und plötzlich klickt noch etwas anderes in ihrem Kopf in den richtigen Platz. Sie muss zur Arbeit! Wie spät ist es!? Es ist bereits hell im Zimmer, die Sonne scheint. Kein gutes Zeichen.
Sie schaut hinunter und findet ihre Tasche vor dem Bett. Hastig sucht sie nach ihrem Handy. Es geht nicht an. Der Akku muss leer sein. Tami beginnt zu schwitzen, schwingt ihre Beine aus dem Bett. Was auch immer hier passiert ist, sie muss hier weg. Sie muss zur Arbeit! Aber… in wessen Hotelzimmer ist sie? Um sicher zu gehen, schlägt Tami mit einer Hand auf den Himalaya, aber da ist niemand zu finden. Keine schlafenden Bergsteiger.
Dann schaut sie zur schmalen Tür an der Wand, die zum Badezimmer führen muss. Sie ist geschlossen. Kam da das Geräusch her?
Panik überkommt Tami, sie schiebt sich aus dem Bett. Sie muss hier weg. Was auch immer das hier gewesen ist, sie muss hier weg!
Sie zerrt ihre Jeans die Beine hinauf, knüpft ihre Bluse zu, findet irgendwo ihre Schuhe und Jacke. Mit ihrer Tasche an die Brust gedrückt, flieht sie aus diesem Teufelszimmer, ohne sich noch einmal umzusehen.
Und in dem Moment realisiert sie etwas: Die Unterwäsche, die sie anhat, ist nicht ihre.
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Copyright © 2025 Carolin Petermann